Im Norden von Fuerteventura wurde Mitte Mai 2010 eine furchtbare Entdeckung gemacht: Bei einem einzelnen Mann lebten ca. 80 Hunde in einem erbärmlichem Zustand und unter katastrophalen Bedingungen. Das Gelände war mit Ungeziefer, Kot und Müll verseucht; die Tiere wurden halb verhungert in Käfigen/Verschlägen, zum Teil an kurzen Ketten oder einfach in Erdlöchern aufgefunden. Eine aufwendige Rettungsaktion begann. Und einer der geretteten Hunde war ich: Blümchen. Eine 11jährige Pointeroma mit wenig Hoffnung auf ein besseres Leben. Doch ich hatte Glück und durfte auf eine Pflegestelle nach Deutschland ausfliegen.

In den ersten Tagen sah es nicht so gut mit mir aus - aber ich spürte, das es, da wo ich jetzt war, etwas besseres gab, als ich in meinem bisherigen Leben kennen gelernt habe. Und mein Wille war da. Ich wollte LEBEN. Mit viel Liebe, Geduld und Hingabe hat die Pflegestelle meine Blessuren geheilt und meine harten Liegeschwielen samtig weich werden lassen. Endlich bekam ich täglich mein Futter, sauberes Wasser und einen schönen kuscheligen Liegeplatz, wo ich mich richtig erholen konnte.

Alle haben sich um mich gekümmert und bald ging es bergauf. Ich nahm an Gewicht zu, hatte wieder Spaß am laufen, spielte im Garten mit Bällchen und tobte mit meinen Hundekumpels um die Wette. Ich habe mich zu einer tollen Oma entwickelt und genieße mein Leben.
Da ich nun mal ein gewisses Alter und einen Mamatumor habe, dachten alle, ich würde für immer in meiner Pflegestelle bleiben. Aber dann hat Frau Bergmann mich entdeckt. Sie hat sich bestimmt sofort in meine schönen Augen verliebt. Oder in meine stolze Haltung, die ich im Laufe der Zeit entwickelt habe. Oder in meinen aufrechten Gang - und natürlich in meine ruhige Art.