Abschied von unserem Scotty – unserem alten Rudelwolf

12.07.2018 um 17.40 Uhr

" Unser Bodyguard musste seinen Posten verlassen "

Ein bemerkenswert treuer, sehr eigensinniger Gefährte ist über die Regenbogenbrücke auf die andere Seite gegangen. Unsere Tränen und Liebe begleiten ihn.

Lebenslauf:

0 - ca. 4-6 Jahre: Qual an der Kette auf Fuerteventura

ca. 1 Monat: Aufenthalt in der Perrera in Tuineje

ca.1 Jahr: Finca Esquinzo

2,5 Jahre: in der Eifel bei Dennis

6 Jahre Rudel Sturm-Brandt
Seine Jahre als Kettenhund waren wohl die schlimmste Zeit in seinem Leben.
Davon zeugt die breite Narbe vom eingewachsenen Halsband um seinen Hals. Hunger und Durst peinigten ihn. Seine nordische Rasse als Husky-Malamut machten es ihm schwer, das Klima auf der Insel vor Afrika zu ertragen. Als er vor Hunger ein Huhn riss wurde er als gefährlich abgestempelt und in die Perrera abgeschoben.

Dort sah ihn Andrea Wittwer. Als sie versuchte ihn mitzunehmen, wurde ihr mitgeteilt, dass sie eine Kampfhund-Lizenz benötigt. Nach einem längeren Kampf mit der Bürokratie gelang es Andrea Scotty auf die Finca zu holen.

Abgemagert, aber glücklich begann nun endlich sein neues Leben.


Dennis und seine damalige Lebensgefährtin verliebten sich spontan in Scotty.
So kam er für 2,5 Jahre in die schöne Eifel.

Im Juli 2012 zog Scotty mit Dennis um. Von nun an lebte er in unserem Rudel.

Scotty war ein gradliniger, sturer Geselle, der exakte Vorstellungen davon hatte, wer zu seinem Rudel gehörte – und wer nicht. Fremde wurden misstrauisch beäugt und auch schon mal in die Schranken verwiesen. Treu schützte er Rudelmitglieder und sein Zuhause. Zu unseren Kindern war er wie ein Lamm, aber er konnte auch schon mal in Handgelenke oder Hintern zwicken, wenn er meinte, uns verteidigen zu müssen.

Das Fressen war seine große Leidenschaft. Während des Kochens lag er immer vor dem Herd und erwartete Kostproben. Unsere Ferien am Meer hat er immer sehr genossen. Er liebte das Wasser und freute sich an allem, was die Wellen  auf den Strand spülten. Längere Autofahrten hasste er und mussten mit viel Streicheleinheiten überstanden werden.

Der Höhepunkt seines Tagesablaufes waren die täglichen Spaziergänge durch den Wald.

In den letzten zwei Jahren machte ihm seine Gesundheit schwer zu schaffen. Er wurde anfällig für Infektionen, die Arthrose machte ihm das Laufen schwerer. Er bekam alles, was nötig war, um sein Leben zu erleichtern.

Vor einigen Wochen bekamen wir die Diagnose, dass Scotty an einem Lebertumor litt und auf ein Leberversagen zusteuerte. Er fraß nicht mehr und zog sich immer mehr zurück. Wir haben gemeinsam gekämpft und selbst an seinem letzten Tag ließ er es sich nicht nehmen, ein letztes Mal durch den Wald zu gehen, abends ging er über die Regenbogenbrücke. Wir sind sicher, dass er dort von Maeggie und Grappa erwartet wurde.

Bis bald alter Wolf, wir sehen uns, In Liebe Dein Rudel


Lieben Dank an Frau Dr. Schäfer – sie hat uns alle, wie immer, liebevoll  begleitet.