ROSIE hat so gelebt wie sie es wollte

“Bitte schenk mir Blumen, wenn ich lebe und nicht erst wenn ich gestorben bin”. Dieses Lied (von Polo Hofer) geht mir nicht mehr aus dem Kopf, seit Rosie gestorben ist. Habe ich ihr Blumen geschenkt, als sie noch lebte? Heute sage ich Ja! Natürlich ganz viele!

Erst war ich machtlos über ihren Verlust, unendlich traurig, habe mich gefragt ob es richtig war, Rosie 9 Jahre lang bei uns zu behalten. Wäre sie nicht womöglich in einer Familie glücklicher gewesen?

Rosie hat sich nie so recht mit dem Menschen angefreundet und auch die anderen Hunde mochte sie nicht, ausgenommen Elly, die leider schon vor Jahren verstorben ist. Rosie war eine Einzelgängerin. Somit war das große Gehege, wo sie tun und lassen konnte, wann immer sie wollte, ideal für sie. In jungen Jahren jagen, was sich bewegt. Im Alter Schlafplätze besetzen, schon ab 6.00 Uhr morgens am Tor stehen und nach Futter bellen, das war Rosie.

Rosie hatte ihre persönliche Hütte, die Hochliege über der Wasserstelle, kein Hund im Gehege suchte Streit mit ihr, sie war Alfahündin und Chefin im Rudel. Was wollte sie mehr? Wir Menschen durften sie füttern, und ihre kranke Pfote, die sie ein Leben lang gequält hat behandeln. Streicheln und Schmusen fand sie aber immer doof.

Rosie hatte eine glückliche Zeit bei uns und meine Frage, ob sie nicht womöglich besser in einer Familie aufgehoben gewesen wäre, kann ich mit gutem Gewissen verwerfen. Rosie hatte das Hundeleben so wie sie es sich gewünscht hat, und während dieser ganzen Zeit haben wir ihr “Blumen geschenkt”, in dem wir sie geliebt haben wie sie war, zickig und fast ein wenig unberührbar.

Andrea